Der Weg in Bildern

Im Mai/Juni 2004 habe ich die drei Stadien eines Mannes gemalt. Ich befasste mich damals mit Picasso und dem Kubismus. Natürlich war mir bereits damals aufgefallen, dass dieser Mann sich offensichtlich verändert. Doch was es damit wirklich auf sich hat, sollte ich erst 2010 erkennen.

Der erste Mann ist der alte, der vergangene Mensch. Der zweite Mann befindet sich in der Umwandlung und der dritte Mann ist soweit „geheilt“, wie es in dieser Welt möglich ist.

Mann I“ hat ein Gesicht, welches deutlich verzerrte Züge zeigt. Eine innere Spannung scheint ihn zu quälen.

Eine Hälfte des Gesichtes ist rot, wie die Liebe. Die andere Hälfte blau, wie die Freiheit. Doch Liebe und Freiheit stehen noch im Gegensatz zueinander, denn mit Liebe ist hier die Liebe zwischen Mann und Frau gemeint. Diese Liebe nimmt gefangen und macht unfrei.

Der Hintergrund des Bildes, also der Untergrund oder die Basis, ist „farblos“, irgendwie grau, ohne Halt. Der Mann scheint ohne Halt vor einem grauen Hintergrund zu stehen.

Die Schulter ist grün. Sie steht für eine gewisse Rückzugsmöglichkeit, für den Eremiten.

Doch lächelt er nicht schon ein wenig?

Mann II“ wendet uns nun das Gesicht zu und blickt nicht mehr über die Schulter. Sein Blick hat sich gefestigt und wirkt etwas streng oder bestimmt.

Die Liebe ist nun der Hintergrund und stellt den Mann auf eine sichere Basis.

Das Gesicht zeigt blau für die Freiheit und gelb für den Geist. Geistige Freiheit auf der Basis von Liebe.

Der Körper erscheint in einem türkis, also etwas zwischen grün und blau. Es ist die Freiheit, sich zurückziehen zu dürfen, um dem Drängen und Fordern der Welt zu entgehen.

Bemerkenswert ist der braune Haarschopf! Braun entsteht durch das Mischen verschiedener Farben. Es stellt die Verbindung her zwischen der Liebe und dem Mann.

Sein Mund lächelt nicht mehr und es scheint, als wäre es dem Mann sehr ernst.

Mann III“ ist braun. Die Farben rot, gelb, blau und grün haben sich verbunden. Das rot der Liebe hat den Mann ganz durchdrungen und geheilt. Liebe, Freiheit, Geist und Eremit sind Eins geworden.

Seine Schultern sind fest und stark. Sie wirken wie aus Fels gehauen und tragen ihn.

Er scheint zufrieden zu lächeln.

Soweit kann ein Mensch sich verwandeln und heil werden. Doch weiter kommt er nicht in dieser Welt. Deshalb gibt es auch kein Bild „Mann IV“.

Was danach kommt, nennt man das ewige Leben, die wahre Liebe, der Menschensohn, Christus, Gott, etc. Es gibt viele Worte dafür, doch keines kann genügen. Man kann das auch nicht mehr malen. Trotzdem habe ich es natürlich getan! Zwölf Bilder sind so entstanden und ich habe sie alle in meiner Wohnung aufgehängt. Sie sind weiss.

Morgenlicht